Studie zu EEG-unterstützter Narkoseführung

Eine deutschlandweite Studie an 46 Kliniken bei über 4000 Patienten konnte dies begleitend zum EXPO-Projekt "Narkose nach Maß - sicher, umweltschonend, zukunftsweisend“ belegen. Es wurde dabei deutlich, dass ohne Narcotrend® nur bei 61,5% eine optimale Narkosetiefe erreicht wenden konnte. 14,5% Narkosen waren zu flach (Gefahr der Miterlebens), 16,8% zu tief (Gefahr der Überdosierung) und 7,3% waren zu unruhig. Mit Narcotrend®-Überwachung konnte dann nicht nur eine präzisere Narkose durchgeführt werden, es zeigte sich zusätzlich, dass durch die Ableitung der Hirnströme auch mögliche Gefahrensituationen rascher erkannt werden können.

Dazu zählen insbesondere:

  • Sauerstoffmangelzustände des Gehirns
  • Krampfanfälle
  • Unerkannte Wachheitszustände unter der Operation

Auszug aus einem Interview mit Frau Prof. Dr. Gabriele Kraus, Chefärztin für Anästhesie, Klinikum Hannover:

Frage: Welche Vorteile hat Narcotrend® für die Patienten?

Prof. Kraus: Zuallererst eine größtmögliche Sicherheit. Dank der EEG-Steuerung können wir die Medikamente jetzt sehr genau auf den individuellen Bedarf des Patienten abstimmen, d.h., er bekommt nur noch so viel Anästhetika, wie er wirklich benötigt, um eine ausreichende Schlaftiefe zu erreichen. So ist auch die Gefahr gebannt, dass Patienten überdosiert werden.

Frage: Wie spürt der Patient diese Vorteile?

Prof. Kraus: Er wacht nach der OP schneller auf und ist auch wesentlich schneller wieder orientiert. Zudem gibt es bedeutend weniger Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufprobleme nach dem Eingriff, sodass die Überwachung im Aufwachraum deutlich kürzer geworden ist. Aber lassen Sie mich noch etwas zum Thema Erfahrungen und Erkenntnisse sagen:

Durch die Arbeit mit Narcotrend® sind wir zu einigen überraschenden neuen Erkenntnissen gelangt. So haben wir festgestellt, dass - entgegen früherer Annahmen Frauen rund ein Viertel mehr Anästhetika benötigen als Männer! Das heißt aber auch, dass Männer in der Vergangenheit wohl tendenziell überdosiert, Frauen wahrscheinlich eher unterdosiert wurden. Anders bei der Altersabhängigkeit der Medikation: Hier wurden wir in unserer Annahme bestätigt, dass im Alter weniger Narkosemittel nötig sind.

Frage: Wieso weichen diese zum Teil derart grundsätzlich von bisherigen Annahmen ab?

Prof. Kraus: Weil es eben nur Annahmen waren! Sehen Sie, erst mit Narcotrend® ist es möglich, die Schlaftiefe verlässlich zu quantifizieren. Früher gab es aufgrund empirischer Erfahrungen Richtlinien und Dosierungsempfehlungen – messbare Grundlagen aber gab es nicht.

 


Stand: 16. 10. 2014Impressum/Datenschutzerklärung